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Stahlbaupreis 2014

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Der Sonderpreis des BMUB (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) für das Projekt – Ovaldach Tor Nord, Messe Frankfurt, Frankfurt am Main

Das vom Architekturbüro Ingo Schrader entworfene und mit dem Sonderpreis des BMUB ausgezeichnete Ovaldach überragt mit seiner elliptischen Formgebung und einer Dimensionen von 42 Metern Länge und 18 Metern Durchmesser die Hauptzufahrt des Messegeländes der Messe Frankfurt.

Die Besonderheit der Konstruktion zeichnet sich durch die asymmetrische Anordnung aus sich vermeintlich willkürlich kreuzenden hochkant angeordneten Flachstählen mit Blechdicken zwischen 20 Millimeter und 40 Millimeter und variierenden Bauteilhöhen zwischen 150 Millimeter und 600 Millimeter aus. Diese verfolgen jedoch in Ihrer einzigartigen Formgebung den optimalen Kräfteverlauf der Tragwerkskonstruktion und berücksichtigen hierbei die ortsspezifischen Gegebenheiten. Da das Tor Nord einen mit jährlich über 300.000 Fahrzeugen passierenden hoch frequentierten Zugang der Messedarstellt war ein perfekter und reibungsloser Ablauf eine wichtige

Voraussetzung speziell in der Montagephase. Um eine möglichst kurzzeitige Sperrung des Messetors und eine somit geringe Störung des Messeverkehrs zu gewährleisten, wurde das Dach bei Prebeck am Firmensitz in Bogen als Ganzes vorgefertigt und anschließend in sieben transportfähige Segmente zerteilt. Diese wurden dann mit Sondertransporten nach Frankfurt geliefert, vor Ort wieder zusammengeschweißt und endbeschichtet. Die Eindeckung mit Holzplatten und die Montage der Lichtkuppelelemente, ebenfalls im Leistungsumfang von Prebeck erhalten, erfolgten im Anschluss.

Die komplettierte Dachkonstruktion, mit einem Gesamtgewicht von über 110 Tonnen, wurde folgend mit zwei Spezialkränen und einer extra von Prebeck für den Hub gefertigten Traverse, passgenau im sogenannten Tandemhubverfahren eingehoben und auf den vier filigranen pyramidenförmigen Stützen exakt abgesetzt.

 

Die Laudatio der Jury

Als weithin sichtbares Zeichen bildet das neue Ovaldach am Tor Nord der Messe Frankfurt einen markanten Orientierungspunkt mit hohem Wiedererkennungswert. Seine ästhetischen Qualitäten bezieht das Bauwerk dabei aus der erkennbaren Logik seines Tragwerks und der Leichtigkeit seiner Konstruktion. Der Baustoff Stahl hat seinen maßgeblichen Anteil daran. Die Stützen sind entsprechend den Zwängen des Grundstücks und ihrer Beanspruchung unregelmäßig angeordnet und nach oben verjüngend ausgebildet. Sie tragen so zum schwebenden Eindruck bei. Die asymmetrische und nicht hierarchische Struktur der Dachkonstruktion, die ebenfalls exakt dem Kräfteverlauf folgt, betont die Filigranität. Besonders gewürdigt wird die daraus resultierende hohe Ressourceneffizienz der vollständig vorgefertigten Stahlkonstruktion, die in einem integrativen Prozess zwischen Architekt, Tragwerksplaner und ausführender Firma bestand.

 

Besondere Auszeichnung für das Projekt: „Laces-Verbindungsbrücken und Dachkonstruktion Adidas Laces, Herzogenaurach“

Eine Auszeichnung hat Prebeck auch für das von Kadawittfeld-Architekten entworfene Projekt „Adidas Laces“ in Herzogenaurach erhalten. Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum der Adidas AG, das neben Büros auch Forschungsbereiche, Materiallabore und Testhallen beherbergt, ist mit einem Auftragsvolumen von über 7 Millionen Euro und 1.350 Tonnen Stahl, das bislang größte Projekt in der Unternehmensgeschichte.

Prebeck fertigte hierbei u.a. die 22 Verbindungsstege – die sogenannten Laces (engl. Schnürsenkel) – die das weitläufige Atrium in mehreren Ebenen überspannen und dabei die gegenüberlaufenden Gebäudeteile miteinander verbinden. Die Stege, bis zu 50 Meter lange Schweißkastenprofile, werden hierbei über vier am Dach verlaufende vier Meter hohe Fachwerkträger

mittels filigraner Zugstangen über die einzelnen Gebäudeetagen hindurch abgehängt. Dadurch entsteht eine nahezu offene und transparente Atmosphäre im Innenbereich des Gebäudes.

Auch in der Verantwortung der Prebeck GmbH lag das 4800 m² Foliendach, das den Atriumbereich überspannt. Die 3-lagigen ETFE-Kissen, verlaufen hierbei zwischen bis zu über 60 Meter freitragenden weiten Stahlrohbögen über das Atrium. Die Luftversorgung der ETFE-Kissen, erfolgt nach einer Sonderlösung von Prebeck. Anstatt zusätzlicher Rohrluftleitungen in einem Träger, strömt die Luft innerhalb eines nun luftdichtverschweißten Randträgers, der im Dachbereich um das gesamte Atrium verläuft.

 

Die Laudatio der Jury

Das Bürogebäude „Laces“ ist ein schwebendes, klar konturiertes Volumen, dessen Büroflächen in den abgewinkelten Riegeln um ein zentrales Atrium organisiert sind. Das primäre Stahltragwerk ermöglicht offene und transparente Raumbeziehungen, ohne die bei Bürogebäuden üblichen Abschottungen nach Funktionsbereichen. Mit gebäudehohen Fachwerken, können bis zu 60 Meter frei überbrückt und der Innenraum mit dem Außenraum barrierefrei verbunden werden. Die „Laces“ bilden die am Atriumdach abgehängten, extrem schlanken Fußgängerbrücken. Solch ein ambitioniertes Tragwerkskonzept ist nur in Stahlbauweise möglich. Mithilfe von sichtbaren Stahltragwerken wird eine zukunftweisende, spannende Bauart aufgezeigt. Die üblichen Restriktionen konventioneller Konstruktionen werden so infrage gestellt: wunderbar